Mein Weg zu einer Abendroutine

Warum brauche ich eine Abendroutine? Mit welchen Schwierigkeiten muss ich beim Umsetzen kämpfen?

Eigentlich schlafe ich hervorragend. Kaum habe ich das Licht ausgemacht, dauert es nur kurze Zeit, dann bin ich bereits im Land der Träume. Mein Problem liegt nur darin, dass ich – wenn ich einmal mit etwas begonnen habe – mich nur schwer dazu bringen kann, damit aufzuhören und den Lichtschalter zu betätigen. Eigentlich bräuchte ich mindestens 7 1/2 Stunden Schlaf. In der Woche meldet sich der Radiowecker um 5:50 Uhr, also sollte spätestens um 22:30 Uhr Schlafenszeit sein.

Wenn ich zu wenig Schlaf bekomme, bin ich leicht reizbar – vor allem meinen Kindern gegenüber. Ich habe dann weniger Lust, mich neuen Aufgaben zu widmen, wie dem Zusammenfassen komplizierter Grundlagenforschung zur Homöopathie (ein Projekt, das ich schon länger vor mir her schiebe). Ich weiß also genau, dass ausreichend Schlaf wichtig für mich ist, bleibe aber trotzdem immer wieder länger auf, um „noch das Kapitel fertig zu lesen“ – meist werden es 3 oder 4. Wenn ich mich nach einer Homöopathie-Online-Lerngruppe (immer Mittwochs von 21 – 22 Uhr) noch einmal vor den Fernseher fallen lasse, wird es meist 23 Uhr oder später, bevor ich mich wieder aufrappeln kann. Denn eigentlich bin ich um diese Zeit bereits reif fürs Bett.

Wie sieht meine aktuelle Abendroutine aus?

Abends gehe ich normalerweise dann, wenn ich müde werde (so zwischen 21 und 23 Uhr) ins Bad, dann mache ich mich bettfertig, lese noch eine Weile und schlafe dann schnell ein. Das funktioniert ziemlich gut, das Problem ist, damit zu beginnen oder das Licht auszumachen, wenn ich noch eine Weile im Bett lesen wollte.

Das Problem sitzt also an zwei Stellen:

  1. der Beginn der Abendroutine ist nicht festgelegt
  2. es gibt Varianten, die kein klares Ende haben

 

Wie sollte ich meine Abendroutine verändern?

Eigentlich ist eine Abendroutine ein Ablauf von Handlungen, der mit dem Einschlafen enden sollte. Eine Aktion führt zur nächsten und sobald sie gestartet wurde, sollte sie nicht wieder unterbrochen werden. Die meisten Menschen haben – oft ohne es zu wissen – eine bestimmte Routine, mit der sie den Tag abschließen. Dazu kann beispielsweise auch die Einnahme von Medikamenten, das Zähneputzen, Duschen und ähnliches gehören. Besonders sinnvoll ist es, ein solches Ritual bewusste einzusetzen, wenn bestimmte Handlungen in den täglichen Tagesablauf integriert werden sollen. Wie kann ich es schaffen, zu einer bestimmten Zeit das Licht zu löschen?

Der Beginn

Wenn ich spätestens um 22.30 Uhr das Licht löschen will, muss ich um 22 Uhr mit dem Abendritual beginnen. Das sollte mich auch daran hindern, mich um 22 Uhr noch vor dem Fernseher niederzulassen.

Die Lesezeit mit offenen Ende („wenn ich müde bin“)

Ich brauche noch ein Ritual kurz vor dem Einschlafen. Es sollte zeitlich begrenzt sein und den Tag abschließen, auch wenn ich bereits im Bett liege. Dazu bietet sich das Tagebuch schreiben an. Ich habe immer wieder mal Tagebuch geführt – vor allem im Urlaub oder während des Fastens – und gute Erfahrungen damit gemacht.

Tagebuch schreiben als Tagesabschluß

Diesmal will ich den Tag mit mehreren Fragen abschließen, für die ich mich durch einen Artikel von Lars Bobach inspirieren ließ.Folgende Fragen stehen aktuell auf meiner abendlichen Liste:

  1. Was habe ich heute geschafft?
  2. Was habe ich heute mit meiner Familie gemacht?
  3. Was habe ich heute mit meinen Freunden getan?
  4. Habe ich Sport gemacht?
  5. Wofür bin ich dankbar?

Ich bin immer wieder überrascht, dass diese einfachen Fragen an jedem Abend neue, wichtige Erkenntnisse bringen. Dieses schöne Ritual, am Ende des Tages noch einmal auf das Erreichte zurückzublicken und darüber nachzudenken beschließt den Tag auf eine ganz besondere Art und Weise.

Der Tagesabschluß

Ich will Dich hier nicht zum Tagebuch-Schreiben bekehren, finde aber, dass ich durch das Einführen dieses zusätzlichen Programmpunktes weniger Schwierigkeiten habe, den Tag zu beenden. Wenn ich abends noch etwas beginne, stelle ich mir einen Wecker, wann ich mit dem Tagebuch beginnen sollte. Es fällt mir leichter, mit einer neuen Sache zu beginnen, als mit dem Lesen oder Fernsehen oder, oder, oder… aufzuhören.

Meine Erfahrungen mit der neuen Abendroutine

Ich habe bewusst in den Ferien mit der Einführung des Rituals begonnen. So macht es nichts, wenn es zuerst ein paar Anfangsschwierigkeiten gibt.

1. Tag

Ich bin in den letzten Tagen eher später ins Bett gegangen. Daher fällt es mir am ersten Tag schwer, mich an meinen selbst gesetzten Termin (22 Uhr) zu halten. Ich bin noch nicht so richtig müde und schlafe daher schlecht ein. Außerdem bin wache ich früh auf – irgendwie hat das nicht so geklappt, wie es sollte.

2. Tag

Ich bin tagsüber ziemlich müde – kein Wunder, ich habe nun einmal relativ wenig geschlafen. Aber ich halte bis 22 Uhr durch und heute klappt das Einschlafen wieder wie gewohnt. Für das Tagebuch-Schreiben sollte ich mir langfristig aber ein paar weitere Fragen überlegen, damit es abwechslungsreich bleibt.

3. Tag

Genauso hatte ich mir das vorgestellt: ich habe mich schnell an die neue Routine gewöhnt. Erstmalig gibt es heute eine Herausforderung: die Familie sitzt vor dem Fernseher und sieht einen Film, der mich nicht interessiert. Also verziehe ich mich frühzeitig mit einem Buch ins Bett. Werde ich es schaffen, um 22 Uhr mit dem Tagebuch zu beginnen? Es klappt hervorragend. Ich stelle mir einen Wecker (das darf ich natürlich nicht vergessen).

Die erste Bewährungsprobe hat die neue Abendroutine bestanden. Ich werde weiter beobachten, ob sie sich bewährt.

Ergänzung ein paar Tage später

Ich stelle fest, dass Termine, die die übliche Zeiten durcheinander bringen, schlecht für das Einhalten der Abendroutine sind. Wir waren zwei Tage weg – ich hatte bereits akzeptiert, dass ich meine übliche Routine bei der Hotelübernachtung wahrscheinlich über den Haufen werfen würde. womit ich aber nicht gerechnet hatte, war, dass auch der erste Abend zu Hause zum Ausnahmezustand wurde… wichtig ist meiner Meinung nach vor allem, dass du ganz klar und deutlich eine Entscheidung triffst: heute ist ein Tag außer der Reihe oder heute kehrt der Alltag mit seinen Ritualen wieder ein.

Das gilt logischerweise auch für Morgenoutinen. die Ferien sind vorbei, daher gilt jetzt wieder das übliche Morgenritual. Wenn Du das ganz bewusst festlegst, verfällst Du automatisch wieder in die üblichen Abläufe. du spulst ohne groß nachzudenken eine Aktion nach der anderen ab. Keine bewussten Entscheidungen mehr, denn alles läuft von alleine, wie das Zähne putzen und ausziehen.

Fazit: Ausnahmezustände als solche kennzeichnen, dann fällt es leicht wieder in den Alltag zurückzukommen, wenn die Ausnahmesituation beendet ist.

 

 

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