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ADS und Motivation

Kennst Du das vielleicht? Dein Sohn soll eigentlich Hausaufgaben machen und kommt einfach nicht voran. Er guckt Löcher in die Luft und nutzt jede Gelegenheit, um von seiner eigentlichen Aufgabe abzulenken. Plötzlich erkennt er, dass in 25 Minuten seine Lieblingssendung im Fernsehen läuft. Und jetzt geht es: die Matheaufgabe, die vorher soooo langweilig war, nimmt seine volle Aufmerksamkeit in Anspruch und er bemüht sich endlich wirklich. So schwer war es ja auch gar nicht, vorher fehlte nur die Motivation!

Computerspiele und Motivation

Online-Computerspiele sind Meister darin, die Aufmerksamkeit ihrer User an sich zu binden. Dadurch lenken sie natürlich ihre Nutzer von anderen Dingen ab und zwar sehr erfolgreich. Vor allem Jungen im Teenageralter und aufwärts neigen dazu, sich in diesen Welten regelrecht zu verlieren. Die Computerspielehersteller gehen dabei äußerst raffiniert vor:

  • Belohnungssysteme – jede erfolgreich absolvierte Aufgabe bringt Punkte, Juwelen, Gold und ähnliches

  • Nachteile, wenn nicht täglich gespielt wird – wer nicht auf seine Verteidigung achtet, verliert eventuell sein hart erarbeitetes Geld

  • Anforderungen gerade so hoch, dass Aufgabe machbar erscheint – meist kann ein Spieler selbst entscheiden, welche Missionen er sich zutraut

  • der Spieler spielt gemeinsam mit Freunden, eventuell in einer Mannschaft – so entsteht ein gewisser Gruppendruck

  • natürlich ist die Welt bunt und fantasievoll gestaltet. Spielerisch kann sie erkundet werden.

So fesseln Computerspiele die Aufmerksamkeit ihrer Nutzer. Wir sollten von ihnen lernen und unsere Kinder genauso für das tägliche Leben und das Lernen motivieren!

Schule und Motivation

Schule ist für die meisten ADS-Patienten mit „Sich-Konzentrieren-Müssen“ verbunden. Selten gibt es Lehrer, die so voller Begeisterung für ihr Fach sind, dass sie dieses Feuer an ihre Schüler weitergeben können. Aber genau das bräuchten wir noch viel mehr: die Flamme der Begeisterung! Nur so kann die Schule das Stigma der Langeweile verlieren.

Begeisterung wecken

Wie kann ich jetzt in meinen Sohn, der sämtliche Schulfächer ab

schöne Blüten locken Bienen an

schöne Blüten locken Bienen an

lehnt, für

gerade diese Fächer motivieren? Das, was fast immer funktioniert, ist Zeit. Wenn Dir selbst eines der Fächer wichtig ist und Du selbst Dich dafür interessierst: zeige dieses Interesse und diese Begeisterung Deinem Sohn und verbringe Deine Zeit mit ihm, indem Ihr Euch über dieses Thema unterhaltet. Wenn Ihr beide dafür keine Leidenschaft aufbringen könnt, sucht Euch ein anderes gemeinsames Thema und sucht nach Verbindungen der Schulfächer zu diesem Thema. Vielleicht interessiert Ihr Euch beide für Fußball. Hervorragend! Dann könntet Ihr wie folgt vorgehen:

  • Mathematik: im Bereich des Fußballs lässt sich so viel rechnen. Nutzt das! Negative Zahlen könnt Ihr anhand der Tordifferenz in der Tabelle betrachten. Seid kreativ! Bastelt Euch Fußballaufgaben!

  • Englisch: viele deutsche Spieler sind in englischen Vereinen aktiv. Sucht gemeinsam nach Zeitungsberichten über diese Spieler. Was erfahrt Ihr dort über sie? Ihr könnt natürlich auch über die Städte recherchieren usw. (das könnte mit Französisch genauso gut funktionieren)

  • Erdkunde: warum sind einige Länder so gut im Fußball? Wie hängt das mit den wirtschaftlichen und geographischen Vorraussetzungen zusammen?

  • Geschichte: wie sieht es mit der Geschichte des Fußballs aus – wie hängt sie mit der Geschichte eines Landes zusammen?

  • Physik: die Flugbahn eines Balles lässt sich natürlich berechnen. Aber könnt Ihr so gemeinsam herausfinden, wie ein Ball für bestimmte Flugbahnen geschossen werden muss?

Lasst Euch gemeinsam etwas einfallen!

Motivation durch Zuwendung

Wichtig ist hier vor allem die gemeinsam verbrachte Zeit und die ehrliche Zuneigung füreinander. Wenn es Euch an Zeit fehlt, solltet Ihr Euch überlegen, wer sonst diese Zeit aufbringen kann. Denn wer immer Jugendlichen Zuwendung schenkt, wird ihre Aufmerksamkeit gewinnen. Nicht immer sind das Menschen, die Ihr als Eltern dazu ausgewählt hättet. Ihr könnt eure Kinder nur erziehen, wenn Ihr auch Zeit mit ihnen verbringt. Sonst werden sie von ihrer Umwelt erzogen.

Motivation in den sozialen Medien

Oft finden Jugendliche diese Zuwendung heutzutage im Internet. Dass Freunde auf Facebook oder in solchen Spielen etwas anderes sind als Freunde in der realen Welt, wird von ihren oft übersehen. Auch Facebook, Instagram und Co sind sehr gut darin, die Nutzer zu motivieren. Wieviele „Gefällt-Mir-Klicks“ kann ich mit meinem Post erhalten? Wenn ich viele Facebook-Freunde habe, bin ich scheinbar unglaublich beliebt. Ich muss diese Freunde dann auch durch interessante Posts bei der Stange halten.

Wir sollten uns von diesen Methoden eine Scheibe abschneiden und auch in Schulen mit solchen Belohnungen arbeiten. Wie könnte so ein System funktionieren?

Ideen für ein Schulnetzwerk

Im Schulalltag gibt es immer wieder Fragen – oft stellen sich diese bei den Hausaufgaben. Ein Schulnetzwerk, das Hilfevideos von Schülern zu den einzelnen Themen sammelt, könnte Schüler motivieren und unterstützen. Lehrer sollten ebenfalls die Möglichkeit haben, diese Videos anzusehen. Eine gute Erklärung könnte dann Extrapunkte geben – ähnlich einem Referat. Selbstverständlich sollten Mitschüler die Qualität eines Videos auch beurteilen können – vielleicht ist das ein Ansporn, richtig gute Erklärungen zu liefern!

Wie wäre es, wenn eine Schule eine Art „TheSimpleClub“ selbst auf die Beine stellen würde? Ich bin sicher, dass eine solche Videodatenbank, eventuell ergänzt durch Texte, die Motivation der Schüler deutlich steigern könnte. Ich finde es wichtig, die Begeisterung der Schüler für ein Thema zu schüren, aber zuerst einmal das Interesse zu wecken. Vielleicht könnte das ein Weg dorthin sein.

Motivation durch Ziele

Das ist die nachhaltigste Methode sich zu motivieren. Wer weiß, was er will

Hütte als Motivation bei einer Bergwandnerung

Bei einer Bergwanderung ist das Erreichen einer Hütte eine hervorragende Motivation.

und was er zum Erreichen dieses Zieles tun muss, hat die besten Vorraussetzungen, um dieses Ziel auch zu erreichen. Die wenigsten Schüler wissen heutzutage was sie wollen. Oft scheint das Ziel auch unerreichbar. Wenn Du Deine Kinder also nachhaltig motivieren möchtest, solltet Ihr herausfinden, welche Dinge sie gerne erreichen wollen. Lies ihnen dazu vielleicht die folgenden Abschnitte vor, vielleicht helfen sie Euch:

Welche Berufe findest Du toll?

Der erste Schritt dazu ist die Information. Welche Berufe gibt es und welche interessieren mich? Fernsehsendungen eignen sich dazu, Praktika in Betrieben, Bekannte, die diesen Beruf ausüben…

Was muss ich für diese Berufe können?

Welche Schulfächer musst Du besonders gut beherrschen, vielleicht musst Du sogar bestimmte Schulnoten erreichen? Dann solltest Du eine Bestandsaufnahme machen: wie weit bist Du von diesem Ziel entfernt? Was musst Du dafür tun, um das Ziel zu erreichen?

Interesse

Wenn Du dieses Fach für Deinen Traumjob brauchst, hast Du hoffentlich keine großen Schwierigkeiten, Interesse dafür aufzubringen. Wenn doch, überlege Dir bei jedem Thema in der Schule, wie Du es in Deinem Traumberuf anwenden wirst. Dann klappt das mit der Motivation!

schriftliche Note

Oft ist die schriftliche Note die größte Hürde und das Ziel erscheint unerreichbar. Mache kleine Schritte daraus: wenn Du Dich um 2 Noten verbessern musst, strebe zuerst eine Verbesserung um Teilnoten an – pro Arbeit eine Teilnote. Dann wirkt der Schritt längst nicht mehr so groß.

mündliche Note

Recherchiere zu Hause über die Themen, mit denen Ihr Euch im Unterricht beschäftigt. Dann kannst Du sicher interessante Beiträge leisten und Deine mündliche Note deutlich verbessern!

Ziele kontrollieren

Nach einer Etappe solltest Du überprüfen, ob Du Dein Etappenziel erreicht hast. Was ist gut gelaufen, was nicht so gut. Sprich darüber mit Deinen Eltern – sie interessieren sich bestimmt sehr für Deine Pläne und was du unternimmst, um sie umzusetzen.

Motivation kann gelingen

Ziele können ein großer Anreiz sein, damit Du Leistungen in Deinem Leben vollbringen kannst. Das Umfeld kann aber eine große Rolle dabei spielen, ob diese Ziele erreicht werden oder nicht. Persönliche Zuwendung, die mit schönen Lernerfahrungen verknüpft ist, kann ein wesentlicher Faktor für die Motivation sein. Aber auch Anerkennung für eine Leistung – nicht unbedingt immer eine Note – ist wichtig.

Motivation ist wesentlich für unsere Kinder. Wir sollten uns Gedanken machen, wie wir ihnen dabei helfen können, denn nur durch Motivation werden sie ihre Lebensziele erreichen!