ADS und Sport – gerade hyperaktive Kinder zeigen es deutlich: sie haben einen erhöhten Drang nach Bewegung und unsere heutige Gesellschaft hindert sie daran, diesem nachzugehen. Auch wenn Du nicht hyperaktiv bist, Bewegung und Sport bieten Dir die Chance, Deinem Körper viel Gutes zu tun. Sie können Deinen Schlaf verbessern, Deine Konzentration erhöhen und Dich zufriedener machen. Ich möchte Dir in diesem Artikel zeigen, wie das geht.

In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist („Mens sana in corpore sano“ Juvenal, röm. Dichter, ca. 60 – 140 n. Chr.). Wie Du siehst, wussten schon die alten Römer, dass Bewegung und Sport wichtig für die geistige Gesundheit sind. Was tun wir heute den ganzen Tag? Wenn Du noch in die Schule gehst, sitzt Du während des Schultages die ganze Zeit, hast kaum einmal die Gelegenheit aufzustehen und Dich zu strecken. Auch Erwachsene sitzen die meiste Zeit im Büro am Computer und stehen gerade einmal auf, um sich einen Kaffee zu holen.

Was macht der anhaltende Bewegungsmangel mit uns?

Unser Körper ist eigentlich dafür da, sich den ganzen Tag zu bewegen. Auch wenn es für Euch schon eine Ewigkeit her ist – wir haben immer noch im Wesentlichen den gleichen Körper wie die Menschen in der Steinzeit. Damals ging ein Teil der Gruppe (meist die Männer, denn sie hatten keine Kinder, um die sie sich kümmerten) auf die Jagd, während der andere Teil (meist die Frauen, zusammen mit den Kindern) Wurzeln, Beeren, Nüsse usw. sammelte und damit einen großen Teil der Nahrung lieferte. Entscheidend dabei ist: alle waren permanent in Bewegung. Wir Menschen verhalten uns heute vollkommen anders. Wir sitzen die ganze Zeit, bewegen uns kaum noch und bringen damit unseren Körper völlig durcheinander.

Vielleicht hast Du schon davon gehört, dass bei ADS Probleme mit den Dopaminrezeptoren bestehen. Mehr dazu findest Du unter anderem in einem Spektrum-Artikel. Allerdings gibt es dazu durchaus auch andere Meinungen, wie du auf der ADS-Kritik-Seite sehen kannst. Auch die Seite von ADS-München.net bietet Informationen. Ob fehlende Rezeptoren die Ursache Deines Problems sind oder nicht – eine Erhöhung des zur Verfügung stehenden Dopamins kann Dir durchaus helfen mit einigen Deiner Probleme besser klarzukommen. Was kannst Du also tun?

Sport und ADS – welche Sportarten eignen sich besonders gut?

Das hängt vor allem davon ab, welche Problem

Sportarten bei ADS

Sportarten, die bei ADS besonders hilfreich sein können

e bei Dir besonders ausgeprägt sind. Schau Dir diese Grafik einmal an. Ich habe mehrere Sportarten danach eingeteilt, bei welchen Problemen sie besonders hilfreich sein können.

Aufmerksamkeitsprobleme

Bogenschießen

In den Tributen von Panem hilft das Bogenschießen Katniss zu überleben. Vielleicht wäre diese alte Sportart auch etwas für Dich? Er hilft dir dabei, Dich auf ein Ziel zu fokussieren und die Belohnung für einen guten Schuss siehst du sofort im Ergebnis. Wenn Du Lernprobleme, wie eine Lese-Rechtschreibschwäche hast, könnte das ein toller Sport für Dich sein.

Turnen oder Yoga

Sportarten, in denen Du Dich auf Deinen Körper und seine Bewegungen konzentrierst, helfen Dir dabei, Fokussieren zu üben. Beim Turnen übst Du Gleichgewicht und Kraft und übst Dich in der Wahrnehmung Deines Körpers. Außerdem lernst Du, ausdauernd an Aufgaben zu arbeiten. Viele Geräte, die im Turnen verwendet werden, gibt es auch in der Ergotherapie. Vielleicht kann die Turnstunde die Ergotherapie ersetzen?
Nachteil: Du musst oft länger warten, bis Du an der Reihe bist.
Yoga: Kein langes Warten, alle üben gemeinsam. Konzentration nicht so sehr auf den Erfolg, eher auf die bewusste Wahrnehmung.

Reiten

Beim Reiten musst Du Deinem Pferd Deine volle Aufmerksamkeit schenken. In der Gegend herumschauen oder mit anderen Kindern Quatsch machen sind gerade zu Beginn keine gute Idee. Das merkst Du aber sicher sehr schnell, denn Dein Pferd zeigt Dir deutlich, wenn es von Deinem Verhalten irritiert ist.

Impulskontrolle

Kampfsportarten

Kampfsportarten trainieren Dich in Selbstkontrolle und Disziplin. Alles wird Schritt für Schritt geübt. Alles läuft nach festen Regeln ab, es gibt kaum Ablenkung. Kampfsportarten integrieren Rituale meist fest in den Trainingsalltag. Hier kannst Du ihre Vorteile kennenlernen, vielleicht nutzt Du sie auch in Deinem Alltag?

Ringen

Wenn Du oft Probleme damit hast, dass Du auf andere losgehen möchtest, könnte Ringen genau die richtige Sportart für Dich sein. Dieser Sport ist sehr körperbetont und Du kannst Deine Aggressivität in die richtigen Bahnen lenken – in diesem Sport kannst Du andere auf die Matte legen und wirst dafür gelobt!

Tennis

Perfekt für Einzelkämpfer, braucht nicht so viel Konzentration, kein Teamsport. Wenn Du gerne auf Bälle einschlagen möchtest, bist Du beim Tennis genau richtig – besonders nach einem langen, anstrengenden Schultag!

Reiten

Beim Reiten lernst Du schnell, dass Dein Pferd Dir nur dann folgt, wenn Du ihm selbstsicher und bestimmt die Kommandos gibst. Wut hilft Dir bei einem Pferd nicht weiter.

Bewegungsdrang

Fussball, aber auch Handball

Diese beliebte Sportart stärkt den Teamgeist, was unter anderem auch die sozialen Fähigkeiten verbessern kann. Im Fußball tut sich immer etwas – perfekt für das Verlangen nach ständiger Abwechslung. Wusstest Du schon, dass Menschen mit ADS unglaublich gut darin sind, alles mögliche gleichzeitig wahrzunehmen (Das nennt man auch periphere Wahrnehmung)? Das kann ein großes Plus bei solchen Sportarten sein! Du entdeckst vielleicht Chancen, die andere nicht gesehen hätten und kannst so vielleicht ein Tor erzielen!

Schwimmen

Feste Regeln, Strukturen und Anleitung sind für Dich wichtig, wenn Du Aufmerksamkeitsprobleme hast. Im Schwimmsport findest Du genau diese Art von Struktur. Der Schwimmtrainer erklärt und zeigt Dir, was Du verbessern kannst. Du bist aber trotzdem Teil eines Teams. Du kannst Deine persönlichen Rekorde verbessern und wirst dabei von den anderen Teammitgliedern angefeuert! Der berühmte Schwimmer Michael Phelps (englischer Link) lernte durch das Schwimmen mit seinen ADS-Problemen umzugehen.

Laufen

Bei Mannschaftssportarten müssen neue Mitglieder oft erst einmal auf der Bank sitzen. Beim Laufen kannst Du sofort mitmachen, auch bei Wettbewerben, gehörst aber trotzdem zu einem Team. Du wirst – gerade bei Langstreckenläufen – kaum herumsitzen, sondern ganz viel Bewegung bekommen. Laufen kannst Du in einer Gruppe oder auch allein, Du kannst Dir sogar Vokabeln oder andere Dinge, die Du Dir einprägen musst, dabei anhören – viele Menschen können viel besser lernen, wenn sie in Bewegung sind. Vielleicht gehörst Du ja auch dazu?

Bewegung im Alltag

Sport ist wichtig, aber noch wichtiger ist es, Bewegung in unseren Alltag zu integrieren. Frage Dich: wann kann ich Bewegung zu einer Gewohnheit machen? Hier ein paar Vorschläge für Dich:

  • Fahre mit dem Fahrrad zur Schule / Arbeit
  • Laufe Treppen statt den Aufzug zu benutzen
  • führe einen Hund aus – vielleicht kannst du Dir sogar ein Taschengeld dazuverdienen?
  • gehe für andere Leute Einkaufen – ältere Nachbarn freuen sich darüber, wenn Du für sie alles besorgst, was sie brauchen und geben Dir sicher gerne etwas für Deine Mühe.
  • trage Zeitungen aus – auch das bedeutet regelmäßige Bewegung und ein kleines Einkommen

Sport nach Schule oder Arbeit

Wenn Du von der Schule / Arbeit nach Hause kommst, bist Du wahrscheinlich völlig k.o. Probiere es trotzdem mal mit Laufen oder einem anderen Sport. Du wirst sehen, dass die Bewegung hilft, den Stress zu reduzieren und dass sie die Müdigkeit vertreibt.

Entscheidend dabei ist es, dass Du Dich regelmäßig dazu motivieren kannst. Vielleicht hilft Dir ein Podcast dabei? Ich selbst höre gerne den Bevegt-Podcast – die beiden Moderatoren sind so begeistert von der veganen Ernährung und dem Laufen, dass ich manchmal selbst gerne mit dem Laufen beginnen würde – ich habe aber im Yoga meine Sportart gefunden.

Ich hoffe, ich habe Dir in diesem Artikel neue Informationen bieten können. Die Inspirationen für die Sportarten kamen teilweise von Additudemag.com, einer amerikanischen Seite über ADS.

Ich biete auf meiner Homepage noch eine ganze Menge mehr Informationen über ADS, unter anderem einen Artikel über ADS und Schlafprobleme.

 

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