Kaffee

Kaffee

Hahnemanns Kleinschrift "Vom Kaffee und seinen Wirkungen"

Samuel Hahnemanns Meinung über Kaffee

1803 schrieb Hahnemann eine kurze Abhandlung über den Kaffee, der damals sehr in Mode war. Wir können dieses Büchlein heute leicht herunterladen: Vom Kaffee und seinen Wirkungen.

Viele Nahrungsmittel haben auch arzneiliche Wirkung, wie beispielsweise die Petersilie, der Kaffee hat aber nur arzneiliche Wirkung und wird wegen dieser getrunken. Denn alle Arzneien haben zwei Wirkungsphasen, eine Erstwirkung und eine Nachwirkungsphase, die der ersten meist entgegengesetzt ist.

Genussmittel wie der Kaffee werden deshalb so gerne getrunken, weil ihre erste Wirkungsphase eine scheinbare Verbesserung der Gesundheit und angenehme Empfindungen vorgaukelt, während die negativen Seiten der Nachwirkung bei gesunden Menschen kaum zu spüren sind.

Wirkungen von Kaffee

Erstwirkung: „Erhöhung der Lebenstätigkeit“
Nachwirkung: „niederer Grad des Lebens, eine Art Lähmung der tierischen, natürlichen und vitalen Fuktionen“
Bsp: „Wenn ich früh erwache“, schrieb eine vornehme, vollendete Kaffeeschwester, „so habe ich die Denkkraft und die Tätigkeit einer Auster“

Erstwirkung: Stärkung des Selbstbewusstseins, des „Gefühls seiner Existenz“, Puls voller, schneller, aber weicher, Wangen gerötet (wie ein Fleck), warme, feuchte Stirn und Handfläche, fühlt sich wärmer als vorher, Herzklopfen (angenehm, wie bei großer Freude), auch äußerlich fühlt er sich wärmer an, aber nicht heiß. Wacherer Geist, verbesserte Konzentrationsfähigkeit, mehr Mitgefühl. Zufriedenheit mit sich und seiner Umgebung.
Wenn der Kaffee kurz nach dem morgendlichen Erwachen getrunken wird, verscheucht er die noch anhaltende Schläfrigkeit und der Kaffeetrinker wird ganz schnell munter. Wenn wir abends von der täglichen Arbeit müde sind, ist das nur natürlich. Wenn wir dann aber Kaffee trinken, verscheuchen wir diese Schläfrigkeit.

Kaffee verringert Hunger und Durst

Kaffee verscheucht auch Hunger und Durst. Regelmäßige Kaffeetrinker lassen meist mehr Urin als sie an Flüssigkeit zu sich nehmen. Nach der Mahlzeit ist eigentlich Zeit für die Verdauung vorgesehen. Wenn wir nun direkt nach dem Essen eine Tasse Kaffee zu uns nehmen, zwingen wir unseren Körper dazu, diese Ruhezeit zu übergehen. Sie fühlen sich dadurch zwar leichter, als hätten sie nicht gerade eine volle Mahlzeit zu sich genommen, das ist aber nur ein Übergehen der Bedürfnisse unseres Körpers.

Der Kaffee verstärkt auch die Darmtätigkeit in der Erstwirkung und scheint damit ein Hilfmittel zur Verbesserung der Verdauung zu sein. Allerdings kann in der verkürzten Darmpassagezeit die Nahrung nicht ausreichend aufgenommen werden – der Zweck der Mahlzeit ist damit verfehlt.

Nachwirkung des Kaffees

Einige Stunden nach dem Kaffeegenuss beginnt die Schläfrigkeit, die Verdauungstätigkeit wird zur Verstopfung, die Heiterkeit zum Stumpfsinn. Statt wohliger Wärme fröstelt der Kaffeetrinker jetzt, Hände und Füße werden kalt. Die Nachwirkung lässt ihn missmutig und ärgerlich werden. Er entwickelt einen Heißhunger, der aber schnell gestillt werden kann (achtung: ungesunde Snacks!). Er kann schlechter einschlafen und schläft auch weniger tief.

Entwöhnung vom Kaffee

Das beste Mittel, um die schnelle Entwöhnung zu fördern ist die reichliche Bewegung an der frischen Luft, meint Hahnemann. Außerdem natürlich der vollständige Verzicht auf dieses Genussmittel.

Wenn die Erstwirkung eines Genussmittels das genaue Gegenteil unseres normalen Zustandes ist, weil wir uns müde und träge vorkommen, dann sollten wir bedenken, dass wir durch die Nachwirkung nur umso mehr in diesen unerwünschten Zustand zurückfallen werden!

Kaffee und Homöopathie

Kaffee, oder Coffea ist in der Homöopathie ein wichtiges Arzneimittel. Es wird in Zuständen gebraucht, die der verstärkten Erstwirkung des Kaffees ähneln. Außerdem ist Kaffee ein Antidot gegen die meisten homöopathischen Medikamente. Daher ist es nicht ratsam, diesen parallel zur homöopathischen Behandlung weiter zu trinken. Nach den obigen Ausführungen sollte auch klar sein, dass Kaffee dem Körper eher schadet.

Kaffee kann ein wunderbares homöopathisches Medikament sein, im Übermaß gebraucht, hat es langfristig viele negative Auswirkungen.

 

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Verreibung in der Homöopathie

Verreibung in der Homöopathie

Verreibungen in der Homöopathie

Wolltest Du schon immer mal die Wirkung eines homöopathischen Mittels an Dir selbst erfahren, ohne dass Du das Mittel einnehmen musst? Dann könnte eine Verreibung der richtige Weg für Dich sein. Durch das lange Reibung der Substanz mit Milchzucker wirkt sie auf Dich ein und Du kannst Deine ganz eigenen, persönlichen Erfahrungen mit dem Medikament machen. Wenn Du nicht weißt, welche Substanz Du verreibst, kannst Du völlig unvoreingenommen wahrnehmen, was während dem langsamen pulverisieren der Substanz passiert. Anschließend kannst Du mit den anderen Teilnehmern besprechen, was Du erfahren hast. Eine Verreibung ist die Chance, ein homöopathisches Mittel direkt zu spüren.

Was mache ich bei einer Verreibung?

Du beginnst mit einer Substanz (ich empfehle in solchen Fällen ungiftige Stoffe), einem Mörser mit Stößel, einer gewissen Menge Milchzucker, sowie einer Karte oder etwas ähnlichem zum Abkratzen des Milchzuckers. In genau vorgeschriebenen Rhythmen verreibst Du abwechselnd den Stoff mit dem Milchzucker und kratzt ihn dann wieder vom Rand des Mörsers ab. Insgesamt reibst und kratzt Du etwa eine Stunde lang. Anschließend hast Du die nächste Potenzstufe des homöopathischen Mittels hergestellt.

Was nehme ich bei einer Verreibung wahr?

Das ist ganz unterschiedlich. Jeder Mensch spürt die Wirkung anders. Ich selbst habe während der Verreibung von Hafer mich regelrecht hypnotisiert gefühlt – ein wirklich seltsames Gefühl. Oder ein anderes Mal wurde ich ausgesprochen müde. Eine Frau, die den Hafer mit mir verrieb, klagte über heftige Schmerzen im verreibenden Arm. Als sie die Hand wechselte, tat plötzlich der andere Arm so sehr weh, dass sie aufhören musste. Sie hatte vorher und nachher diese Art von Schmerzen noch nie gespürt.

Ist eine Verreibung eine Arzneimittelprüfung?

Nein. Bei einer Verreibung nimmst Du das Medikament ja nicht ein. Die Wirkung verfliegt im Allgemeinen innerhalb kurzer Zeit, nur sehr empfindliche Menschen spüren sie länger. Beim Homöopathie-Stammtisch in Mainz werden wir uns im Oktober 2017 mit Verreibungen beschäftigen. Vielleicht hast Du Lust, Dich uns anzuschließen? Oder Du nimmst an der Gratis-Lerngruppe bei e-vidia teil, bei der wir gemeinsam eine den Teilnehmern unbekannte Substanz verreiben. Es ist garantiert ein ungiftiger Stoff, den du auch essen könntest.

 

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Arzneimittelprüfung in der Homöopathie

Arzneimittelprüfung in der Homöopathie

Arzneimittelprüfungen in der Homöopathie

Samuel Hahnemann stellte in seinem berühmten Chinarindenversuch fest, dass Arzneimittel gegen diejenigen Symptome helfen können, die sie erzeugen können, wenn ein gesunder Prüfer sie einnimmt. Das war die Geburtsstunde der Arzneimittelprüfungen in der Homöopathie. Denn wie sollten Homöopathen wissen, gegen welche Beschwerden eine Arznei hilft, wenn dies nicht sorgfältig getestet und protokolliert worden wäre? Wie funktionieren Arzneimittelprüfungen? Werden heute noch solche Versuche durchgeführt? Wodurch unterscheiden sich diese Untersuchungen von den Tests für die Zulassung von Medikamenten?

Wie funktionieren Arzneimittelprüfungen?

Samuel Hahnemann stellte im Chinarindenversuch ja fest, dass er bei der Einnahme von Chinarinde ähnliche Symptome entwickelte wie er sie vom Wechselfieber, der Malaria, kannte. Daher wollte er auch bei anderen Medikamenten untersuchen, welche Symptome diese bei der Einnahme durch gesunde Testpersonen hervorrufen konnten. Zuerst einmal machte er diese Versuche selbst. Er nahm ein Medikament ein und notierte sorgfältig alle Beobachtungen, die er an sich dabei machte. Das konnten durchaus sehr gefährliche Stoffe sein. Später unterstützten ihn andere Homöopathiebegeisterte.

Arzneimittelprüfung von Belladonna – Ausschnitte

So schreibt Hahnemann beispielsweise in seiner Arzneimittellehre (siehe Hahnemanns Arzneimittellehre, Narayana-Verlag) von Belladonna:

Für Kopfschmerz in der Stirn muss er im Gehen oft stehen bleiben, bei jedem Schritt ist’s, als senke und hebe sich das Gehirn in der Stirn; durch starkes Daraufdrücken minderte es sich (n. 6 Tagen). [Hbg.] (Dieses Symptom ist in einer Prüfung, die von einem Herrn Hornburg durchgeführt wurde, aufgetreten und zwar nach 6 Tagen.)

Im Freien ist die Empfindung von Zersprengen im Kopf sehr heftig, und er fürchtet sich zu husten, wegen Erhöhung des Schmerzes (n. 4. St.) [Htn] (Trat in einer Prüfung von Hartmann auf, nach 4 Stunden bereits)

Belladonna ist in der Homöopathie für seine Wirkung bei hohem fieber bekannt. Eines der Symptome, die darauf hindeuten findet sich hier:Hitzeempfindung mit Hitze am ganzen Körper, besonders aber im Gesicht, welches rot und schweißig war, mit Eingenommenheit des Kopfes (n. 4 St.) [Hrn.] (Prüfung von Hermann, trat nach 4 Stunden auf)

Korrekte Durchführung einer Arzneimittelprüfung

Wenn ein Prüfer weiß, welches Mittel er prüfen soll, kann er leicht voreingenommen sein. Daher ist es wichtig, dass ihm vorher nicht bekannt ist, um welches Mittel es sich handelt. Um das zu gewährleisten, sollte es folgende Struktur geben:

Nur der Prüfungsleiter weiß, welches Medikament geprüft wird. Er fasst die Ergebnisse, die er durch die Interviewer mitgeteilt bekommt, zusammen. Weder die Prüfer (sie nehmen das Medikament ein und beobachten sich sorgfältig) noch die Interviewer (sie besprechen mit den Prüfern deren Beobachtungen) kennen das getestete Medikament. So kann gewährleistet werden, dass die Resultate nicht verfälscht werden. Natürlich wurden diese Maßnahmen in den Anfangstagen der Homöopathie so noch nicht eingehalten. Hahnemann hat seine Methode später aber immer mehr verfeinert.

Ein Mosaik von Symptomen

Wenn ein neues Medikament geprüft wird, setzt sich durch die Beobachtung der verschiedenen Prüfer so langsam aber sicher ein regelrechtes Mosaik zusammen. Der Prüfungsleiter versucht in der Masse der Beschreibung von Befindensveränderungen einen roten Faden zu entdecken und diesen später in der Veröffentlichung der Arzneimittelprüfung deutlich zu machen.

Jeder Prüfer hat seine eigenen Schwachstellen und reagiert anders auf ein gegebenes Medikament. So entsteht ein breites Spektrum möglicher Wirkungen. Je verschiedener die Prüfer, desto gründlicher sind die Prüfungen. In den Anfangstagen der Homöopathie waren wohl die meisten Prüfer Männer, aber auch damals wurden die Arzneien bereits von Frauen geprüft, wie die vielen Menstruationssymptome zeigen. Der Prüfungsleiter kann das Gesamtbild später noch durch Berichte von Vergiftungen aus der Literatur ergänzen. Wenn das Medikament dann in der Praxis angewendet wird, kommen noch die sogenannten klinischen Beobachtungen hinzu: Berichte darüber, welche Beschwerden ein Medikament heilen konnte. Diese Beobachtungen können in der Praxis später sehr wertvoll sein. Das alles ergibt die sogenannte Materia Medica.

Warum werden in Deutschland heutzutage keine Prüfungen durchgeführt?

Heutzutage ist es nur noch schwer möglich, homöopathische Arzneimittelprüfungen durchzuführen. Bedenke: die Prüfer vergiften sich ja schließlich selbst mit einer ihnen unbekannten Substanz! Welche Versicherung übernimmt solche Risiken? Natürlich wird das zu prüfende Medikament nur in sehr geringen Dosen eingenommen, trotzdem ist die zu erwartende Wirkung unbekannt. Daher sind die juristischen Hürden hier in Deutschland einfach zu hoch. In unserem Homöopathiekurs haben wir einmal darüber nachgedacht, eine Arzneimittelprüfung durchzuführen. In diesem Zusammenhang habe ich recherchiert, welche rechtlichen Vorraussetzung wir erfüllen müssten und habe mich dann dagegen entschieden, diese Prüfung durchzuführen.

Wodurch unterscheiden sich homöopathische Arzneimittelprüfungen von Tests für die Zulassung von Medikamenten?

Homöopathische Prüfungen werden an gesunden Prüfern vorgenommen, damit die Ergebnisse möglichst nicht durch Vorerkrankungen beeinflusst werden. So ist es möglich, sämtliche Wirkungsbereiche eines Medikaments zu ermitteln. Bei einem Test für die Zulassung eines Medikaments wird gleich eine Gruppe von Testpersonen mit bestimmten Erkrankungen genutzt. Das schränkt die Ergebnisse sofort ein. Es ist kein ergebnisoffener Test mehr, keine Frage „Wie wirkt dieses Medikament auf Menschen?“, sondern eine geschlossene Frage: „Wirkt das Medikament bei unserer Testgruppe besser auf die zu untersuchende Erkrankung als Placebo?“

Das zeigt auch noch einmal den grundsätzlichen Unterschied im Wirkspektrum eines homöopathischen Medikaments und eines „schulmedizinischen“ Medikaments: In der homöopathischen Materia Medica werden alle möglichen Wirkungen eines Arzneimittels beschrieben. Schulmedizinische Medikamente kennen nur erwünschte Wirkungen und sogenannte Nebenwirkungen.

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Heuschnupfen – was Du selbst tun kannst

Heuschnupfen

Was kann ich selbst dagegen tun?

Im Frühjahr treiben Bäume und Pflanzen aus, die Weidenkätzchen blühen und alles wird wieder grün. Eine wunderschöne Jahreszeit! Wäre da nicht… ja, wären da nicht die vielen Blütenpollen, die beim schönsten warmen Frühlingswetter munter überall verteilt werden. 

Juckt es auch Dich jetzt im Frühjahr in Augen und Nase? Treiben Dich Niesanfälle zur Verzweiflung? Ist Deine Nase verstopft, so dass Dein Nachtschlaf gestört ist? Schmerzen Dich die Nasennebenhöhlen, weil sie durch die ständige Schleimproduktion verstopfen? Deine Leistungsfähigkeit verringert sich drastisch. Eigentlich würdest Du so gerne das schöne Wetter genießen, aber je wärmer und sonniger es draußen ist, desto stärker sind Deine Beschwerden meistens. Wenn Du auch noch an einer Allergie gegen Gräser leidest, hört diese Phase erst nach deren Blüte auf – das kann erst im Spätsommer sein! Die schönste Zeit des Jahres leidest Du.

Damit bist Du nicht allein. Mittlerweile leiden laut Deutschem Allergiker- und Asthma-Bund 16% aller Deutschen unter Heuschnupfen. Meiner Meinung nach ist diese Zahl bei jüngeren Leuten aber deutlich höher. Menschen, die vor 1950 geboren sind, haben seltener Heuschnupfen. Bei Kindern liegt die Zahl deutlich höher. Das liegt vermutlich mit daran, dass Kinder, deren Eltern beide Allergiker sind, zu 40 – 60% ebenfalls eine Allergie haben werden. Wenn die Eltern den gleichen Typ Allergie hatten – d.h. beide Heuschnupfen hatten – liegt das Risiko sogar bei 60 – 80%! Ein betroffener Elternteil steigert das Risiko bereits auf 25 – 40% (Quelle: Checkliste Pädiatrie von Kerbl, Kurz, Roos, Wessel, 3. Auflage, Thieme-Verlag).

Wie kann ich feststellen, ob ich unter Heuschnupfen leide?

Zuerst einmal solltest du die Symptome überprüfen. Typisch sind

  • Jucken in Augen, Nase und Rachen
  • Brennen in Augen, Nase und Rachen
  • Niesattacken
  • wässriger Schnupfen – bei bakterieller Superinfektion kann sich das ändern
  • Konjunktivitis – die Bindehaut erscheint dann durch die Schwellung oft milchig und rosafarben.
  • es kann zu Fieber und Urtikaria (oberflächliche Quaddeln) kommen.

Außerdem treten diese Symptome typischerweise etwa zur gleichen Jahreszeit auf. Hast Du also in den vergangenen Jahren etwa zu dieser Zeit ähnliche Probleme gehabt? Dann liegt der Verdacht nahe, dass du tatsächlich eine sogenannte „saisonale Rhinitis oder Konjunktivitis“ hast.

Wie kann ich herausbekommen, welche Pollen oder Gräser mir Schwierigkeiten machen?

Führe zuerst einmal genau Protokoll über Deine Beschwerden. Dazu habe ich Dir eine Tabelle erstellt, mit der Du Deine Heuschnupfen-Symptome detailliert notieren kannst. Dann solltest Du diese Angaben mit den Tabellen des Pollenflugs in Deiner Gegend vergleichen. Ich persönlich empfehle dazu die Seite von Dr. Wachters Pollenflug-Report. Er vergleicht sehr schön die verschiedenen Messstellen und führt die Pollen einzeln auf. Auf der Seite von Pollenwarndienst.at findest Du detaillierte Karten und die Empfehlung einer Pollenvorhersage-App, über die ich noch nichts sagen kann, da ich sie noch nicht getestet habe.

 

Was kann ich denn selbst gegen meine Beschwerden tun?

Zuerst einmal gibt es eine ganze Menge Maßnahmen, die Du nutzen kannst, bevor Du zu Medikamenten greifst. Du solltest ausprobieren, wie weit Du damit kommst, vielleicht kannst Du mit ihrer Hilfe Deine Beschwerden ja auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Waschen, waschen, waschen!

Bei Allergien ist die Vermeidung des Allergens das A und O. Wie kannst Du aber Blütenpollen vermeiden, die in der Luft herumfliegen? Du solltest Dir einen Raum schaffen, der – so weit es möglich ist – wirklich pollenfrei ist. Das geht nur, wenn Du sozusagen eine Art „Schleuse“ einbaust.

  • Dein Schlafzimmer sollte so geschützt wie möglich sein. Betritt es tagsüber möglichst gar nicht, sonst bringst Du die Pollen aus Deinem Haar und Deiner Kleidung in dieses Zimmer.
  • Bevor Du abends zu Bett gehst (oder wenn Du weißt, dass Du nicht mehr ins Freie gehst), solltest Du duschen und Deine Haare waschen und dann frisch gewaschen das Schlafzimmer betreten.
  • Deine draußen getragene Kleidung solltest Du gar nicht in Dein Schlafzimmer bringen. Wechsele also Deine Kleidung im Bad oder einem „Ankleidezimmer„.
  • Wenn Du Deine Wäsche draußen auf der Leine trocknest, sollte Dir klar sein, dass sich Pollen auf ihr ansammeln können. Sinnvoll wäre es, wenn Du sie statt dessen drinnen trocknest.
  • Blütenpollen fliegen oft morgens und am späten Nachmittag am meisten, in Großstädten kann aber die höchste Konzentration in der Luft auch erst am abend erreicht sein. Du solltest also folgendermaßen lüften:
    • in der Großstadt: am frühen morgen – so früh wie nur irgend möglich!
    • auf dem Land: am späten abend – so spät wie möglich
    • ziemlich sicher werden die niedrigsten Konzentrationen zwischen  0 und 4 Uhr in der Nacht erreicht.
    • installiere Pollenschutzgitter vor Deinem Fenster, um sicher zu gehen.
  • Solltest Du Haustiere haben, die ebenfalls draußen herumlaufen – meide den Kontakt mit ihnen nachdem Du abends geduscht hast. Sonst übertragen sie die Pollen von ihrem Fell auf Dich.
  • Wische und sauge regelmäßig (mit speziellem Pollenfilter) – alle Pollen, die Du entfernen kannst, können Dich nicht mehr beeinträchtigen!

Wie kann ich den Allergenkontakt weiter reduzieren?

  • Achte darauf, dass Dein Auto gute Pollenschutzfilter hat und dass diese regelmäßig (jährlich) gewartet werden. Halte die Fenster beim Fahren geschlossen, sonst werden die feinen Pollen nur so hineingewirbelt!
  • Wenn Sie wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, sorgen Sie dafür, dass diese Pflanzen nicht in der Nähe Ihrer Wohnung sind. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, entfernen Sie diese Pflanzen aus Ihrem Garten. Das Rasenmähen sollte übrigens besser ein Nicht-Heuschnupfengeplagter übernehmen.
  • Wenn es länger als 15 Minuten geregnet hat, dürfte die Pollenkonzentration in der Luft deutlich gesunken sein. Nutzen Sie diese Zeit und genießen Sie die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten!
  • Planen Sie Ihren Urlaub so, dass Sie der schlimmsten Pollenblüte entgehen – jedenfalls so weit das möglich ist. Denken Sie daran, dass südliche Länder andere Pollenflugzeiten haben (vorher informieren!).
  • Vermeiden Sie alles, was Ihre Atemwege und Ihre Augen zusätzlich reizen könnte:
    • Chlorwasser im Schwimmbad (Schwimmbrille tragen)
    • Zigarettenqualm in der Luft – vor allem in der eigenen Wohnung sollte Rauchen tabu sein
    • auch das Schminken der Augen kann diese reizen – einschränken!
    • kalte Luft am Auge und starke Sonneneinstrahlung – hier kann eine Sonnenbrille hilfreich sein.

Interessante Überlegungen, warum die Belastung durch Pollen bei uns in den letzten Jahren zugenommen hat, finden Sie auf der Seite von Dr. Latzke, einem Allergologen.

Was kann ich denn direkt für meine Beschwerden tun?

Auch hier gilt wieder: waschen ist zuerst einmal das Beste. Alle Allergene, die Du von Deinen Schleimhäuten entfernst, machen Dir keine Beschwerden mehr. Also:

  • Augen mehrmals täglich auswaschen – eventuell ein Augenbad mit physiologischer Kochsalzlösung.
  • Nasendusche mehrmals täglich

Dafür sorgen, dass die Nase nicht zusätzlich wund wird – hier können Salben helfen: beispielsweise Bepanthen® Nasensalbe.

Meiner Erfahrung nach hilft Heilfasten vor oder während der Heuschnupfenzeit, um die Symptome deutlich zu lindern. Kinder sollten allerdings noch nicht fasten. Reden Sie zuerst einmal mit Ihrem Therapeuten über eine solche Möglichkeit. Vielleicht kommt Fasten ja für Sie in Frage. Eine reduzierte Form, die sich auch für Kinder eignet, ist die tierisch-eiweißarme Ernährung. Sprechen Sie mich einfach darauf an.

Es gibt natürlich auch weitere naturheilkundliche Mittel, die ich eventuell auch unterstützend zu homöopathischen Behandlungen einsetze. Hier würden sie aber jetzt zu weit führen.

 

Homöopathische Behandlung von Allergien

Homöopathisch macht es einen großen Unterschied, ob Du die akuten Allergiesymptome behandeln möchtest oder die Neigung diese Symptome zu produzieren (chronische Behandlung). Willst Du nur kurzfristig Deine Beschwerden lindern oder langfristig etwas für Deine Gesundheit tun?

Akute Behandlung der Symptome

Achte zuerst einmal genau auf Deine Symptome:

  • setzen sie plötzlich oder allmählich ein?
  • Jucken – wo ist es genau?
  • Schnupfen – Farbe, Konsistenz, macht er wund?
  • Verstopfung – wann am schlimmsten? Sind beide Nasenlöcher verstopft?
  • Schwellung – wo? wie sieht es aus?
  • Atmung betroffen?
  • draußen oder drinnen besser?
  • Niesen – hilft es oder nicht? Wie oft hintereinander?
  • Tagesverlauf
  • Wettereinfluss

Beobachte Dich. Jeder Heuschnupfen ist anders – Deiner ist anders als der Deines Nachbarn.

Mit Hilfe dieser Symptome kann ein erfahrener Homöopath vorraussichtlich ein Akutmittel für Dich finden, das hoffentlich zur Linderung Deiner Beschwerden beitragen kann. Anleitung dazu bekommst Du in Vorträgen von mir. Auch der Homöopathie-Stammtisch der Fördergemeinschaft Homöopathie im Krankenhaus e.V. in Mainz bietet sich dazu an.

Chronische homöopathische Behandlung des Heuschnupfens

Bedenke: Zwar belastet Dich Dein Heuschnupfen, aber wahrscheinlich gibt es noch mehr Beschwerden, an denen Du leidest. Eine chronische homöopathische Behandlung muss immer alle Deine Beschwerden berücksichtigen. Am besten ist es, wenn sie vor der Pollensaison beginnt, d.h. mindestens 2 Monate vor dem üblichen Einsetzen der Beschwerden. Was Du in einer homöopathischen Behandlung zu erwarten hast, erläutere ich im Artikel zur Erstanamnese.

Fazit: Was kann ich bei Heuschnupfen selbst tun?

  • Du kannst für einen persönlichen pollenarmen Schutzraum, Deine Wohnung und vor allem Dein Schlafzimmer, sorgen.
  • Du kannst die Schleimhäute oft und gründlich reinigen (Augenbad, Nasendusche).
  • Du kannst mit Deiner Ernährung auf den Heuschnupfen einwirken.
  • Du kannst Dich selbst beobachten, um Informationen über Deinen ganz persönlichen Heuschnupfen zu sammeln.
  • Besuche ein Seminar oder einen Vortrag zur akuten Behandlung von Heuschnupfen. Eventuell lernst Du dort bereits genug, um Deine Beschwerden selbst lindern zu können.

 

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Zimt in der Homöopathie

Zimt in der Homöopathie

Zimt – das weihnachtliche Gewürz

Zur Weihnachtszeit riechen wir es überall – Zimt. Dieses Gewürz wird nicht nur in der Weihnachtsbäckerei verwendet, sondern auch in der Homöopathie. Wofür kann es eingesetzt werden? Warum dürfen Schwangere es nicht in größeren Mengen verzehren?

Zimt in der Schwangerschaft

Vorsicht! Das Gewürz befindet sich in vielen weihnachtlichen Gerichten, Yogi-Tee, Kuchen und Plätzchen. Warum werden Schwangere vor Zimt gewarnt? In der homöopathischen Literatur zu cinnamomum finden wir Folgendes:

C. Hering, Guiding Symptoms of the Materia Medica: „Blutung in der Schwangerschaft, drohende Fehlgeburt

Dieses Symptom stammt offensichtlich aus einem Bericht von einer Schwangeren, die zu viel von dem Gewürz zu sich genommen hatte. Offensichtlich ist cinnamomum also eine homöopathische Arznei, die gerade in der Schwangerschaft nicht leichtfertig verwendet werden sollte.

Zitate aus der homöopathischen Literatur sind nicht als Anwendungsempfehlungen gedacht!

Es kann aber auch sehr hilfreich sein. In Constantine Hergings Guiding Symptoms of the Materia Medica finden sich zur Schwangerschaft noch folgende Angaben:

  • Schwangerschaftserbrechen
  • Blutung während oder nach der Geburt durch Heben, Überanstrengen, Überstrecken der Arme oder einen Fehltritt.
  • Schwache, ineffektive oder falsche Wehen, Krämpfe, Zuckungen oder Synkopen während der Geburt.
  • vollständiges Aufhören der Wehen
  • Beeinflusst die Schwere der Wehen

Menstruationsbeschwerden

Cinnamomum hat seinen Wirkbereich nicht nur in der Schwangerschaft, sondern auch in der Menstruation:

Herings Guiding Symptoms:

  • chronische Metrorrhagie
  • Menstruation zu früh und zu reichlich, besonders bei Frauen, die an Nasenjucken und nächtlicher Ruhelosigkeit leiden, reichlich fließendes rotes Blut.
  • Die Menstruation kommt regelmäßig alle 4 Wochen, jede Periode dauert aber 8 Tage länger als normal und wird von Leukorrhö gefolgt.

Verdauung

Folgende Symptome führt Hering in seinen Guiding Symptoms of the Materia Medica u.a. auf:

  • Rülpsen mit Kolik.
  • Übelkeit beim Reiten mit Würgen und Erbrechen von Schleim.
  • Übelkeit mit Schwäche und Erbrechen von Schleim zwischen 14 und 15 Uhr.
  • Übelkeit und Würgen täglich um die gleiche Zeit, 4 Tage lang (wurde offensichtlich in einer Arzneimittelprüfung festgestellt)
  • bei Hysterie: Anfall lässt nach sobald Erbrechen einsetzt.
  • Viel Flatulenz, mit Kolik und Schmerzen im Uterus.
  • Blutung aus den Därmen, besonders nach körperlicher Anstrengung, bereits nach Rennen durch das Zimmer; Blut hellrot und klar; (bei einem 3jährigen Kind – offensichtlich hatte es zu viel Zimt gegessen und dieses Symptom wurde notiert)

Wirkschwerpunkte von Cinnamomum

J. H. Clarke schreibt in seinem A dictionnary of Practical Materia Medica:

Ein Schwerpunkt von Cinnamomum liegt in den Hämorrhagien (Blutungen). Die Blutung ist hellrot und klar und wird durch körperliche Anstrengung verstärkt (siehe Menstruation, 3jähriges Kind Blutung aus Darm). Cinnam. kann außerdem Magenstörungen und hysterische Anfälle auslösen; usw.

 

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