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Grundlagenforschung in der Homöopathie

Long lived submicrometric bubbles in very diluted alkali halide water solutions

Artikel von Duval, Adichtchev, Sirotkin, Mermet:

Langlebige submikroskopische Bläschen in sehr stark verdünnten Alkali-Halogenoiden Wasserlösungen

Die Homöopathie hat zwar eine über 200 Jahre lange Tradition, die Grundlagenforschung steckt allerdings noch in ihren Kinderschuhen. Wenn ich also einen wissenschaftlichen Artikel finde, der sich mit Erklärungsmodellen beschäftigt, wie die homöopathischen Mittel wirken könnten, beschäftige ich mich gerne mit ihnen. Mein Mathematikstudium liegt mittlerweile schon über zwanzig Jahre zurück und auch mit meinem Nebenfach Physik habe ich mich in den letzten zwanzig Jahren kaum beschäftigt. Daher dauerte es ziemlich lange, bis ich mich durch den oben genannten Artikel aus Physical Chemistry Chemical Physics durchgekämpft hatte. Die Ergebnisse versuchte ich anschließend in einer Sketchnote festzuhalten. Nach dem 3. Versuch war ich endlich zufrieden und kann Euch hier das Ergebnis präsentieren.

Eugène Duval, Sergey Adichtchev, Sergey Sirotkin und Alain Mermet veröffentlichten 2012 im oben genannten Journal einen Artikel zur Grundlagenforschung in der Homöopathie, obwohl dieser Begriff – so weit ich es gesehen habe – kein einziges Mal in dem Artikel vorkommt.

Potenzierung

Allerdings verwendeten die Autoren eine sukzessive Verdünnung und Verschüttelung, die der homöopathischen Potenzierung stark ähnelt. Es geht hier um zwei Ausgangssubstanzen: LiCl und NaCl, sowie die Kontrollgruppe ohne Ausgangsstoff. Zuerst einmal wurde 100fach verdünnt und anschließend verschüttelt. Hier wurde besonders heftig verschüttelt: 150x in 7,5 sec – maschinell. Dieser Prozess wurde insgesamt bis zu 9x wiederholt. So entstand eine Gruppe von Proben, die sich in Bezug auf die Ausgangssubstanz und die Stärke der Verdünnung und Verschüttelung unterschieden. Zusätzlich wurde noch eine Kontrollgruppe eingeführt, in der die Proben nach einer Pause noch einmal verschüttelt wurden.

 

Versuchsaufbau

Die Wissenschaftler suchten eine Technik, durch die sie submikroskopische Heterogenitäten in Flüssigkeiten nachweisen konnten und fanden sie in der Rayleigh- und Brillouin-Streuung. Bei diesem Versuchsaufbau dient das Verhältnis aus den Messwerten (R/B) als Maß für die submikroskopischen Heterogenitäten, wie andere Forscher bereits nachgewiesen haben (siehe Artikel).

Ergebnis I: mit stärkerer Verdünnung steigt die Heterogenität

Eigentlich würde man bei stärkerer Verdünnung auch eine Abnahme der Heterogenität erwarten, denn die Menge der Ausgangssubstanz sinkt. Dies war aber nicht der Fall. Die Messgröße R/B stieg mit zunehmender Verdünnung (und Verschüttelung) an. Bei den Kontrollproben mit reinem Wasser war dies übrigens nicht der Fall, was für einen Einfluss der Ausgangsstoffe spricht.

Die Forscher vermuteten eine Entstehung von submikroskopischen Bläschen, die durch das Schütteln entstanden und ihre Stabilität durch die Ionen erhalten (es wurden ja LiCl und NaCl verwendet). Interessant für mich wäre hier die Durchführung des gleichen Versuches mit anderen Substanzen, die in der Homöopathie verwendet werden, wie Pflanzen- oder Tiermaterialien.

Ergebnis II: mit stärkerer Verschüttelung steigt die Heterogenität

Nach dem Vorhergesagten ist es plausibel, dass die Kontrollgruppe mit der stärkeren Verschüttelung auch höhere Werte für R/B aufwies, was eine stärkere Heterogenität, also mehr Bläschen, bedeutet. Reines Wasser konnte in diesem Fall keine anderen Werte zeigen – vermutlich, weil hier die Ionen fehlten.

Ergebnis III: die Bläschen sind langlebig

Die Forscher überprüften zusätzlich noch, ob die entstandenen Bläschen länger haltbar seien. Dazu ließen sie die Proben 6 Monate lang stehen und wiederholten dann die Messungen. Dies führten sie mit zwei unterschiedlichen Arten von Behältern durch:

  • Borosilikatbehälter, die dafür bekannt sind, dass sie Ionen an den Inhalt abgeben und
  • Schott-Duran-Behälter, die dafür bekannt sind, dass die Abgabe von Ionen bei ihnen minimal ist.

In den Borosilikatbehältern stieg die Heterogenität nach 6 Monaten sogar, aber auch in den Schott-Duran-Glasbehältern blieb die Heterogenität im großen und Ganzen erhalten, was nach 6 Monaten doch einigermaßen erstaunlich ist.

Insgesamt finde ich in diesem Artikel vielversprechende Ansätze, für die Grundlagenforschung im Bereich Homöopathie. Es wurden potenzierte Stoffe untersucht und der Frage nachgegangen, wie sich solcherart verdünnte Stoffe von konventionell verdünnten Stoffen unterscheiden. Es wurde ein Messverfahren gesucht, durch das diese Unterschiede nachzuweisen waren. Wichtig wäre es, wenn die Ergebnisse dieses Artikels von unabhängigen Wissenschaftlern kontrolliert würden, um sie – hoffentlich – zu bestätigen.

Vielleicht werden in der Zukunft durch diese Ergebnisse weitere Schritte zum Verständnis der Wirkungsweise der Homöopathie möglich sein. Ich wünsche den Wissenschaftlern, die in der Grundlagenforschung der Homöopathie arbeiten weiterhin viel Erfolg!

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