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Heuschnupfen

Was kann ich selbst dagegen tun?

Im Frühjahr treiben Bäume und Pflanzen aus, die Weidenkätzchen blühen und alles wird wieder grün. Eine wunderschöne Jahreszeit! Wäre da nicht… ja, wären da nicht die vielen Blütenpollen, die beim schönsten warmen Frühlingswetter munter überall verteilt werden. 

Juckt es auch Dich jetzt im Frühjahr in Augen und Nase? Treiben Dich Niesanfälle zur Verzweiflung? Ist Deine Nase verstopft, so dass Dein Nachtschlaf gestört ist? Schmerzen Dich die Nasennebenhöhlen, weil sie durch die ständige Schleimproduktion verstopfen? Deine Leistungsfähigkeit verringert sich drastisch. Eigentlich würdest Du so gerne das schöne Wetter genießen, aber je wärmer und sonniger es draußen ist, desto stärker sind Deine Beschwerden meistens. Wenn Du auch noch an einer Allergie gegen Gräser leidest, hört diese Phase erst nach deren Blüte auf – das kann erst im Spätsommer sein! Die schönste Zeit des Jahres leidest Du.

Damit bist Du nicht allein. Mittlerweile leiden laut Deutschem Allergiker- und Asthma-Bund 16% aller Deutschen unter Heuschnupfen. Meiner Meinung nach ist diese Zahl bei jüngeren Leuten aber deutlich höher. Menschen, die vor 1950 geboren sind, haben seltener Heuschnupfen. Bei Kindern liegt die Zahl deutlich höher. Das liegt vermutlich mit daran, dass Kinder, deren Eltern beide Allergiker sind, zu 40 – 60% ebenfalls eine Allergie haben werden. Wenn die Eltern den gleichen Typ Allergie hatten – d.h. beide Heuschnupfen hatten – liegt das Risiko sogar bei 60 – 80%! Ein betroffener Elternteil steigert das Risiko bereits auf 25 – 40% (Quelle: Checkliste Pädiatrie von Kerbl, Kurz, Roos, Wessel, 3. Auflage, Thieme-Verlag).

Wie kann ich feststellen, ob ich unter Heuschnupfen leide?

Zuerst einmal solltest du die Symptome überprüfen. Typisch sind

  • Jucken in Augen, Nase und Rachen
  • Brennen in Augen, Nase und Rachen
  • Niesattacken
  • wässriger Schnupfen – bei bakterieller Superinfektion kann sich das ändern
  • Konjunktivitis – die Bindehaut erscheint dann durch die Schwellung oft milchig und rosafarben.
  • es kann zu Fieber und Urtikaria (oberflächliche Quaddeln) kommen.

Außerdem treten diese Symptome typischerweise etwa zur gleichen Jahreszeit auf. Hast Du also in den vergangenen Jahren etwa zu dieser Zeit ähnliche Probleme gehabt? Dann liegt der Verdacht nahe, dass du tatsächlich eine sogenannte „saisonale Rhinitis oder Konjunktivitis“ hast.

Wie kann ich herausbekommen, welche Pollen oder Gräser mir Schwierigkeiten machen?

Führe zuerst einmal genau Protokoll über Deine Beschwerden. Dazu habe ich Dir eine Tabelle erstellt, mit der Du Deine Heuschnupfen-Symptome detailliert notieren kannst. Dann solltest Du diese Angaben mit den Tabellen des Pollenflugs in Deiner Gegend vergleichen. Ich persönlich empfehle dazu die Seite von Dr. Wachters Pollenflug-Report. Er vergleicht sehr schön die verschiedenen Messstellen und führt die Pollen einzeln auf. Auf der Seite von Pollenwarndienst.at findest Du detaillierte Karten und die Empfehlung einer Pollenvorhersage-App, über die ich noch nichts sagen kann, da ich sie noch nicht getestet habe.

 

Was kann ich denn selbst gegen meine Beschwerden tun?

Zuerst einmal gibt es eine ganze Menge Maßnahmen, die Du nutzen kannst, bevor Du zu Medikamenten greifst. Du solltest ausprobieren, wie weit Du damit kommst, vielleicht kannst Du mit ihrer Hilfe Deine Beschwerden ja auf ein erträgliches Maß reduzieren.

Waschen, waschen, waschen!

Bei Allergien ist die Vermeidung des Allergens das A und O. Wie kannst Du aber Blütenpollen vermeiden, die in der Luft herumfliegen? Du solltest Dir einen Raum schaffen, der – so weit es möglich ist – wirklich pollenfrei ist. Das geht nur, wenn Du sozusagen eine Art „Schleuse“ einbaust.

  • Dein Schlafzimmer sollte so geschützt wie möglich sein. Betritt es tagsüber möglichst gar nicht, sonst bringst Du die Pollen aus Deinem Haar und Deiner Kleidung in dieses Zimmer.
  • Bevor Du abends zu Bett gehst (oder wenn Du weißt, dass Du nicht mehr ins Freie gehst), solltest Du duschen und Deine Haare waschen und dann frisch gewaschen das Schlafzimmer betreten.
  • Deine draußen getragene Kleidung solltest Du gar nicht in Dein Schlafzimmer bringen. Wechsele also Deine Kleidung im Bad oder einem „Ankleidezimmer„.
  • Wenn Du Deine Wäsche draußen auf der Leine trocknest, sollte Dir klar sein, dass sich Pollen auf ihr ansammeln können. Sinnvoll wäre es, wenn Du sie statt dessen drinnen trocknest.
  • Blütenpollen fliegen oft morgens und am späten Nachmittag am meisten, in Großstädten kann aber die höchste Konzentration in der Luft auch erst am abend erreicht sein. Du solltest also folgendermaßen lüften:
    • in der Großstadt: am frühen morgen – so früh wie nur irgend möglich!
    • auf dem Land: am späten abend – so spät wie möglich
    • ziemlich sicher werden die niedrigsten Konzentrationen zwischen  0 und 4 Uhr in der Nacht erreicht.
    • installiere Pollenschutzgitter vor Deinem Fenster, um sicher zu gehen.
  • Solltest Du Haustiere haben, die ebenfalls draußen herumlaufen – meide den Kontakt mit ihnen nachdem Du abends geduscht hast. Sonst übertragen sie die Pollen von ihrem Fell auf Dich.
  • Wische und sauge regelmäßig (mit speziellem Pollenfilter) – alle Pollen, die Du entfernen kannst, können Dich nicht mehr beeinträchtigen!

Wie kann ich den Allergenkontakt weiter reduzieren?

  • Achte darauf, dass Dein Auto gute Pollenschutzfilter hat und dass diese regelmäßig (jährlich) gewartet werden. Halte die Fenster beim Fahren geschlossen, sonst werden die feinen Pollen nur so hineingewirbelt!
  • Wenn Sie wissen, auf welche Pollen Sie allergisch reagieren, sorgen Sie dafür, dass diese Pflanzen nicht in der Nähe Ihrer Wohnung sind. Wenn Sie einen eigenen Garten haben, entfernen Sie diese Pflanzen aus Ihrem Garten. Das Rasenmähen sollte übrigens besser ein Nicht-Heuschnupfengeplagter übernehmen.
  • Wenn es länger als 15 Minuten geregnet hat, dürfte die Pollenkonzentration in der Luft deutlich gesunken sein. Nutzen Sie diese Zeit und genießen Sie die Möglichkeit, sich draußen aufzuhalten!
  • Planen Sie Ihren Urlaub so, dass Sie der schlimmsten Pollenblüte entgehen – jedenfalls so weit das möglich ist. Denken Sie daran, dass südliche Länder andere Pollenflugzeiten haben (vorher informieren!).
  • Vermeiden Sie alles, was Ihre Atemwege und Ihre Augen zusätzlich reizen könnte:
    • Chlorwasser im Schwimmbad (Schwimmbrille tragen)
    • Zigarettenqualm in der Luft – vor allem in der eigenen Wohnung sollte Rauchen tabu sein
    • auch das Schminken der Augen kann diese reizen – einschränken!
    • kalte Luft am Auge und starke Sonneneinstrahlung – hier kann eine Sonnenbrille hilfreich sein.

Interessante Überlegungen, warum die Belastung durch Pollen bei uns in den letzten Jahren zugenommen hat, finden Sie auf der Seite von Dr. Latzke, einem Allergologen.

Was kann ich denn direkt für meine Beschwerden tun?

Auch hier gilt wieder: waschen ist zuerst einmal das Beste. Alle Allergene, die Du von Deinen Schleimhäuten entfernst, machen Dir keine Beschwerden mehr. Also:

  • Augen mehrmals täglich auswaschen – eventuell ein Augenbad mit physiologischer Kochsalzlösung.
  • Nasendusche mehrmals täglich

Dafür sorgen, dass die Nase nicht zusätzlich wund wird – hier können Salben helfen: beispielsweise Bepanthen® Nasensalbe.

Meiner Erfahrung nach hilft Heilfasten vor oder während der Heuschnupfenzeit, um die Symptome deutlich zu lindern. Kinder sollten allerdings noch nicht fasten. Reden Sie zuerst einmal mit Ihrem Therapeuten über eine solche Möglichkeit. Vielleicht kommt Fasten ja für Sie in Frage. Eine reduzierte Form, die sich auch für Kinder eignet, ist die tierisch-eiweißarme Ernährung. Sprechen Sie mich einfach darauf an.

Es gibt natürlich auch weitere naturheilkundliche Mittel, die ich eventuell auch unterstützend zu homöopathischen Behandlungen einsetze. Hier würden sie aber jetzt zu weit führen.

 

Homöopathische Behandlung von Allergien

Homöopathisch macht es einen großen Unterschied, ob Du die akuten Allergiesymptome behandeln möchtest oder die Neigung diese Symptome zu produzieren (chronische Behandlung). Willst Du nur kurzfristig Deine Beschwerden lindern oder langfristig etwas für Deine Gesundheit tun?

Akute Behandlung der Symptome

Achte zuerst einmal genau auf Deine Symptome:

  • setzen sie plötzlich oder allmählich ein?
  • Jucken – wo ist es genau?
  • Schnupfen – Farbe, Konsistenz, macht er wund?
  • Verstopfung – wann am schlimmsten? Sind beide Nasenlöcher verstopft?
  • Schwellung – wo? wie sieht es aus?
  • Atmung betroffen?
  • draußen oder drinnen besser?
  • Niesen – hilft es oder nicht? Wie oft hintereinander?
  • Tagesverlauf
  • Wettereinfluss

Beobachte Dich. Jeder Heuschnupfen ist anders – Deiner ist anders als der Deines Nachbarn.

Mit Hilfe dieser Symptome kann ein erfahrener Homöopath vorraussichtlich ein Akutmittel für Dich finden, das hoffentlich zur Linderung Deiner Beschwerden beitragen kann. Anleitung dazu bekommst Du in Vorträgen von mir. Auch der Homöopathie-Stammtisch der Fördergemeinschaft Homöopathie im Krankenhaus e.V. in Mainz bietet sich dazu an.

Chronische homöopathische Behandlung des Heuschnupfens

Bedenke: Zwar belastet Dich Dein Heuschnupfen, aber wahrscheinlich gibt es noch mehr Beschwerden, an denen Du leidest. Eine chronische homöopathische Behandlung muss immer alle Deine Beschwerden berücksichtigen. Am besten ist es, wenn sie vor der Pollensaison beginnt, d.h. mindestens 2 Monate vor dem üblichen Einsetzen der Beschwerden. Was Du in einer homöopathischen Behandlung zu erwarten hast, erläutere ich im Artikel zur Erstanamnese.

Fazit: Was kann ich bei Heuschnupfen selbst tun?

  • Du kannst für einen persönlichen pollenarmen Schutzraum, Deine Wohnung und vor allem Dein Schlafzimmer, sorgen.
  • Du kannst die Schleimhäute oft und gründlich reinigen (Augenbad, Nasendusche).
  • Du kannst mit Deiner Ernährung auf den Heuschnupfen einwirken.
  • Du kannst Dich selbst beobachten, um Informationen über Deinen ganz persönlichen Heuschnupfen zu sammeln.
  • Besuche ein Seminar oder einen Vortrag zur akuten Behandlung von Heuschnupfen. Eventuell lernst Du dort bereits genug, um Deine Beschwerden selbst lindern zu können.

 

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