EU Cookie Law

Allergieprävention - neue Erkenntnisse aus der Forschung

Ist die Vermeidung von möglichen Allergenen bei Kleinkindern doch nicht die beste Lösung?

Lange Zeit hieß es, allergiegefährdete Kinder sollten erst möglichst spät in Kontakt mit potentiellen Allergenen, wie Erdnüssen kommen. Daher enthält Säuglingsnahrung auch keine Erdnüsse. Neue Forschungsergebnisse stellen diese Vorgehensweise jetzt in Frage – vielleicht sollten wir unsere Kinder sogar vermehrt mit Allergenen in Kontakt bringen?

Ich höre gerne Podcasts und lasse mich bei der Hausarbeit oder im Zug inspirieren. Vor ein paar Tagen habe ich einen interessanten Beitrag zum Thema Allergieprävention gehört:

Deutschlandfunk - Forschung aktuell - Lebensweise und Immunsystem - Warum die Amish People so selten Allergien bekommen

Kinder auf dem Bauernhof bekommen selten Allergien

Schon lange ist bekannt, dass Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, seltener Allergien bekommen. In dem Podcast wird die Lebensweise der Amish People mit den Hutterern verglichen. Beide sind religiöse Gemeinschaften, die v.a. in den USA und Kanada leben.

 

Beide Gemeinschaften haben Bauernhöfe, es gibt aber große Unterschiede:

  • Die Amish People führen ihren Hof, als lebten sie im 19. Jahrhundert. Sie arbeiten noch mit Pferden und leben daher in sehr direktem Kontakt mit den Hoftieren, also auch ihre Kinder. Diese spielen im Stall und sind so allen möglichen Mikroben ausgesetzt.
  • Die Hutterer hingegen führen große Farmen, mit allen möglichen modernen Techniken. In ihren Ställen ist daher kein Platz für Kinder.

Wie sieht es mit der Verteilung von Allergien bei beiden Religionsgemeinschaften aus?

Ein Allergologe, der versucht, bei den Amish People Patienten zu gewinnen, wird seine Praxis wahrscheinlich bald aufgeben müssen, denn sie leiden nur äußerst selten an Allergien. In den Familien der Hutterer gibt es hingegen keine andere Allergieverteilung als bei anderen Amerikanern. Sollten wir daher bei unseren Kindern ähnlich vorgehen wie die Amish People? Vielleicht ist es falsch, im Säuglings- und Kleinkindalter sämtliche potentielle Allergene strikt zu meiden?

Vielleicht sollten wir unsere Kinder eher dazu anregen, im Dreck zu spielen und Erdnüsse (bzw. Erdnussmus) oder Hühnereier zu essen? Tatsächlich gibt es Forschungsergebnisse, die darauf hinweisen (siehe Links am Ende dieses Artikels).

Vielleicht können wir so unsere ganz eigene Desensibilisierung durchführen, indem das Immunsystem unserer Kinder frühzeitig trainiert wird, alle möglichen normalen Stoffe zu erkennen und mit ihnen umzugehen. Wenn unsere Umwelt nicht keimfrei ist, sondern ganz normalen Dreck, wie auch Pollen und Tierhaare enthält, könnte unser Immunsystem dann lernen, besser damit umzugehen und nicht überzureagieren? Sicher ist noch nicht alles zu diesem Thema geklärt, aber solche Berichte sollten uns nachdenklich machen.

Eine Patientin berichtete mir, dass sie vor einigen Jahren begann, nach dem Essen von Erdbeeren ein unangenehmes Kribbeln an den Lippen zu verspüren. Sie strich Erdbeeren trotzdem nicht von ihrem Speisezettel, sondern aß sie weiterhin. Einige Jahre später bemerkte sie, dass die allergieartige Reaktion verschwunden war. Natürlich wäre es auch möglich gewesen, dass sich die leicht unangenehme Reaktion deutlich verstärkt hätte – im schlimmsten Falle hätte das lebensgefährlich werden können.

Interessant ist auch, dass Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft auf dem Bauernhof gearbeitet haben, offensichtlich davon profitieren und ein geringeres Allergierisiko haben. Anscheinend erhalten so bereits ungeborene Kinder einen gewissen Schutz.

In der letzten Zeit habe ich bereits von ähnlichen Ergebnissen, gerade auch in Hinblick auf hochallergene Stoffe, wie Erdnüsse und Hühnereiweiß gehört. Zwei Artikel zu diesem Thema habe ich hier verlinkt.

Weiter interessante Artikel zu diesem Thema:

 

Newsletter

Der Newsletter beinhaltet regelmäßige Updates über neue Beiträge auf dieser Seite und Ankündigungen von Vorträgen und Seminaren von mir. Wenn Sie diese nicht verpassen möchten, tragen Sie ich ein.

Kennenlerngespräch

Gerade eine homöopathische Behandlung braucht Vertrauen. In einem etwa 15minütigen Gespräch können Sie sehen, ob Sie mir dieses Vertrauen schenken möchten.

Außerdem können Sie mit mir besprechen, welche anderen Therapieformen für Sie noch in Frage kommen würden.